Sonntag, 8. April 2018

3Songs Bonn report of Folk Club Nr. 90 on 6th April 2018

3Songs Bonn's ace stealth reporter and photographer was in attendance last Friday as around ninety happy and joyous souls enjoyed FCB #90. It was a truly great evening, but don't just take my word for it, check it out yourselves:

https://3songsbonn.com/2018/04/08/country-folk-at-dottys/




and there are some more photos here:


http://johnno.jalbum.net/Folk%20Club%2090/


Thank you John!

Mittwoch, 14. März 2018

Marios Bericht vom Folk Club Nr. 89 am 2. März 2018



Blumen, Flowers, fleurs – Frühlingsbote oder reine Hoffnung
Um es vorweg zu nehmen - der meteorologische Frühling zeigte sich als Winter. Die Farbenvielfalt der Blumen erschöpfte sich im Weiß der Eisblumen – aber nein, doch nicht ganz, denn Tulpen zierten die Tische und spielten auch im weiteren Verlauf des Folkclubs ein Rolle. Und natürlich lässt sich ein echter Folkie nicht durch Eis und Schnee abhalten, wenn es wieder heißt. Laaadiiies and Gentlemen....
Trotzdem waren die Reihen des Folkclubs gelichtet.Krankheit wütete sowohl bei den Künstlern wie auch im Publikum. Alle Special Guests hatten aus gesundheitlichen Gründen abgesagt, weshalb der 89. Folkclub eine Singers’ Night wurde. Die jedoch hatte es in sich. Wie schon gesagt ein Folkie lässt sich nicht durch Schnee und Eis abhalten, und so gelang es unserem Programmdirektor Steve Perry ein tolles Programm auf die Beine zu stellen oder auch an die Instrumente zu bringen.
Den Einstand machte wie immer unser Zeremonienmeister John Harrison, der nicht nur musikalisches, sondern auch poetisches zu Gehör brachte. Mit dem Gedicht über die Narzissen „I Wandered Lonely as a Cloud“ von William Wordsworth pries John die Schönheit der Osterglocken (Daffodils) und beschrieb, wie sehr die Seele aufgeht, wenn die wogenden Wellen der gelben Blumen betrachtet werden. Mit dem durch viele Musiker interpretiertem Blues von Robert Johnson „From Four Until Late“ ging es dann weiter. Beschreibt dieses Lied noch, dass es ein Ritt von 36 Stunden von Norfolk to Memphis ist, ließ das nächste Lied die Zeitangabe mehr oder weniger völlig weg und beschrieb die Tagebucheinträge einer ganzen Woche. „Stormy Monday“ ist der erste Tagebucheintrag - wie es weitergeht, lässt sich schnell mit der zweiten Zeile des Liedes abschätzen „But Tuesday Is Just as Bad“. Nun, für John ging es gut weiter, denn der Applaus zeigte, dass sein Bluesspiel auf der Gitarre immer wieder gut ankommt. Den Schluss seines Floorspots setzte John mit dem sehr nachdenklich stimmendem Gedichtzyklus „Poppies“ ("The Soldier" von Rupert Brooke; "In Flanders Fields" von John McCrae; "Dulce et Decorum Est" von Wilfried Owen). Die Mohnblume oder Poppy ist ein Mahnzeichen für die vielen tausenden Toten des ersten Weltkrieges. Vorher dort nicht angesiedelt, blüht diese Blume auf den ehemaligen Kriegsfeldern inzwischen zu tausenden. Fast könnte man meinen, dass jedes Jahr für jeden Toten eine neue Blume entsteht. So ist die Mohnblume als Mahnmal gegen den Krieg entstanden.
Weiter ging es mit Blumen, die auch im nächsten Lied von Mario Dompke - „Blüten sind rot“ - nicht als Symbol für Schönheit, sondern für Einschränkung und Intoleranz stehen. Das ursprünglich von Harry Chapin geschriebene und von Mario ins Deutsche übersetzte Lied beschreibt, wie durch stetes Beharren auf gesellschaftliche Konventionen der Kindheit und Jugend jegliche Phantasie genommen wird – so entstehen angepasste, leicht zu lenkenden Bürger.
Nun erklangen Klaviertöne. Die vierzehnjährige Alexa zeigte zusammen mit ihrem Lehrer Barry Roshto, was mit vier Händen aus einem Klavier herauszuholen ist. Das dann auch noch in Verbindung mit Gesang, ließ nicht nur die Herzen höher schlagen, sondern machte auch Mut darauf, wieder einmal Nachwuchskünstler gehört zu haben, die zukünftig das Repertoire des Folkclubs anreichern werden.  Die beiden Songs „It will Rain“ und „When I was Your Man“ von Bruno Mars machten mit Sicherheit Appetit auf mehr.
Nun wurden erst mal alle Instrumente zur Seite gelegt und Dieter Faring zeigte, dass auch Gedichte zur Folklore gehören. Mit seinem Frühlingsmedley „Der Schmetterling“, „Verweile doch, du bist so schön“, „Der Igel ist, das wissen wir, ein Stacheltier“, Fridolins Frühlingsnacht“ und dem „Frühling im Klassenzimmer“ zeigte er, welche Kraft in der Poesie liegt, welcher Humor in Reime gesetzt werden kann und welche Lebensweisheiten doch über die schöne Sprache transportiert wird. Genau bei diesen Lebensweisheiten setzte er mit seinem nächsten Gedicht an, wofür ihm Lothar Prünte alias ELPI „Modell“ stand. „Die Frühlingsmücke“ wurde sauer, als Lothar versuchte, selbige zu vertreiben bzw. zu erschlagen und stach den armen Tropf. Erst nachdem dieser das Fenster geöffnet hatte, flog die Mücke fort, denn auch sie liebt die Freiheit über alles. Und weil Freiheit wirklich in allen Lebenslagen richtig ist, wurden die letzten Gedichte „Frühling in Amsterdam“ und „Warnung vor dem One Night Stand“  nun ein wenig frivol. Bei dem Altersdurchschnitt im Folkclub ist das nicht schlimm – eher ein Test, wer sich noch erinnert.
War Lothar doch ein so geduldiges Requisit für Dieter, dürfte er nun auch noch mit seiner unnachahmlichen Stimme und seiner Gitarre wieder etwas Melodiöses zum Besten geben. Als Premiere war zu bezeichnen, dass er im Folkclub zum ersten mal ein selbst komponiertes und getextetes Lied vortrug. „Frühlingsnacht“, so sein eigene Aussage, ist ein Lied, welches zwar schon ziemlich alt ist, als Liebeslied aber recyclebar. Mit dem Stück „Kiss from a Rose“ von Seal tauchte ELPI wieder in sein eigentliches Genre ab.
Wer sagt eigentlich, dass das Publikum sich in reinem Konsum ergehen darf? - Niemand und deshalb wird auch immer wieder darauf geachtet, dass mitgesungen wird. Steve Perry setzte noch eins drauf und veranstaltete ein Quiz. Die „Weltreise im Dreiviertel Takt“ wanderte durch 10 Länder dieser Erde. Wer die meisten der Länder erkannte, bekam einen Blumenstrauß. Schon bei 7 erkannten Ländern war der erste Preis erreicht. Den Sonderpreis bekamen die Passionate Penguins, die das Deutsche Lied in die Arktis transportierten.
Noch einmal gemeinsam einen Kanon singen, bevor es in die Pause geht – das war das Mitto von Steve, Regine, Anke und Jörg und so wurde mit „I Like the Flowers“ die Liebe zu Blumen von allen Anwesenden besungen.
Pausen sind wichtig und schön, aber noch schöner war es, als die zweite Hälfte des Folkclubs wieder begann. Wieder mit Klavierklängen und einem extrem ausdrucksstarkem Gesang von Barry Roshto und Ruth. Mit dem Uriah Heep-Titel „Rain“ und danach der Hymne „Time“ von Tom Waits zeigte Ruth nicht zum ersten Mal, was in ihren Stimmbändern steckt. Zu Barrys professioneller Klavierbegleitung ergänzten sich die beiden wunderschön im zweistimmigem Gesang. Eine Darbietung, die bereits jetzt die Vorfreude auf das nächste Mal weckt.
Draußen hatte inzwischen der Schnee sein Werk getan, doch drinnen blinkten die Sterne. Auch „Sparkling Light“ alias Karin Schüler und Gerald Löhrer sind spontan eingesprungen, um den Abend zu einem Gesamtkunstwerk zusammen zu schmieden. Mit dem französischen Lied „M’envoyer des fleurs“ von Sandrine Kiberlain zeigten sie, dass Blumen halt in allen Ländern und Sprachen den Frühling einläuten und gute Laune verbreiten.
Anke und Jörg Bohnsack waren ja zuvor schon mit Regine und Steve auf der Bühne gewesen. Nun zeigten sie aber auch noch, was in ihnen als Duo steckt. Anke beim Musizieren zuzuschauen ist ein Genus für sich. Ein Energiebündel, welches jeden Moment zu explodieren droht und doch immer im richtigen Takt und Rhythmus bleibt. Jörg dabei ein ruhender Pol, der jedoch nicht weniger mit der Musik mitgeht. Und alles zu bekannten Liedern, ja beinahe schon Gassenhauern. „Anneliese“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Side by Side“ sind alles Lieder, die wohl jeder im Publikum mitsingen kann - mal mit Text, mal mit „la, la“.
Als letzter Act des Abends kamen die Passionate Penguins. Diese siedeln sich ja selbst (und nicht nur das deutsche Lied) in der Arktis an. Wer aber glaubt, dass sie unterkühlte Musik machen, der irrt. Ganz im Gegenteil - beruflich eingespannt in dem Bemühen, den Klimawandel zu verlangsamen - machen sie in der Musik genau das Gegenteil. Sie lassen Eis schmelzen, sie heizen ein und schaffen neue Atmosphären. „Something Going Down“ wurde noch relativ alleine von den Künstlern gesungen. Bei „The Night They Drove Old Dixie Down“ war dann bereits das ganze Publikum dabei. „Living for the Night“ und „The Circle is Small“ rundeten das Programm ab. Aber zuende war es doch noch nicht. Erst nach der Zugabe „Baby, Stop Crying“ von Bob Dylan durften die Pinguine die Bühne verlassen.
Diese wurde dann aber schnell von dem „Überraschungsgast“ John Hurd wieder besetzt. Überraschungsgast schon deshalb, weil er die Absage von Kathy Freeman nicht akzeptiert hat – wollte er sich doch das Lied „Tattered Flag“ wünschen – und nun gemeinsam mit John Harrison eben dieses Stück spielte. Ein Lied, dass vom Brexit handelt und mit der Zeile „England doesn't love me anymore“ wohl den gesamten Text zusammenfasst. Aber ich habe das Lied vorweg genommen. Zuerst brachte John noch für das Motto des Abends das Stück „Wildflowers“ von Tom Petty, auch als Erinnerung an dessen Tod und gleichzeitig als Geburtstagsständchen für Rory Gallagher, der eben am 2. März 70 Jahre geworden wäre (Rory starb bereits 1995).
Was für ein Abend, trotz aller Krankheitsausfälle und widrigen Witterungsumstände. Da konnte der Patron Jock Stewart nicht anders, als auch an diesem Abend zu versichern „I'm a man you don't meet every day“.
Aber alle Begeisterung soll nicht davon ablenken, sondern eher darauf hinzeigen, dass nach dem Folkclub immer auch vor dem Folkclub ist. Also, out of the bedroom, go to Dotty’s am 6. April.

Mario


Montag, 5. März 2018

Folk Club Bonn # 89 on Friday 02.03.2018

Inclement weather prevailed at the March Folk Club and prevented several arrivals, but John Hurd made it in the end, or at least for the second half. He reminded us that Friday 02.03.2018 would have been Rory Gallagher's 70th birthday if he were still whiling away amongst us and promptly delivered an "Annette" (a one song floor spot) entitled "Wildflowers" on the theme for the evening. Kathy Freeman was sorely missed by her absence but John Hurd brought a heartfelt rendition of her poignant song written in the aftermath of the British referendum on Brexit from June 23rd, 2016  entitled "Tattered Flag". There were a few moist pairs of British eyes in the room, still in a state of shock from the mind-boggling realisation that 17 million frustrated but enfranchised voters could so radically change the future for a country of some 65 million souls.

https://3songsbonn.com/2018/03/04/folk-club-march/




Here's Kathy Freeman's "Tattered Flag" here:

https://www.youtube.com/watch?v=ZUS8JsqBFfw

Sonntag, 25. Februar 2018

Detlefs Bericht vom Folk Club Nr. 88 am 2. Februar 2018


Folk Club Bonn am 2. Februar 2018 – Alt und Neu

Richtig alt ist der Folk Club nicht, aber da wir nun seit acht Jahren erfolgreich unterwegs sind, kann man auch nicht mehr von „neu“ sprechen. Immerhin, der Folk Club ist eine feste Größe im Bonner Musikleben, und obwohl der General-Anzeiger zum wiederholten Mal unsere Terminankündigung nicht abgedruckt hatte, war die Bude wieder gut gefüllt. Für viele Gefolgsleute ist der erste Freitag im Monat offenbar inzwischen ein fest eingeplanter Termin – welch eine Ehre!
Nun, da Lieder entweder alt oder neu sind, war es diesmal kinderleicht, einen Beitrag zum Motto zu finden – schlichtweg alle Beiträge passten.
John Harrison packte gleich die Gelegenheit beim Schopf und steuerte für sein Aufwärmprogramm ein paar ältere Lieder bei, die sich in früheren Ausgaben des Folk Clubs bereits bewährt hatten. Dazu bespielte er seine schöne Resonator-Gitarre. Mit „Police Dog Blues“ von Blind Blake (aus dem Jahre 1929, also durchaus alt) startete er den Abend, kündigte das Lied aber als „Rabbit Hills“ an. Das war vermutlich ein kleiner Test des Publikums, den dieses aber nur höchstens mit einer Vier bestanden hatte. Niemand protestierte, und erst als John seinen kleinen Versprecher beim nächsten Lied zugab, erntete er verlegenes Lachen der Zuhörer. Nun also ging’s tatsächlich weiter mit „Rabbit Hills“ von Michael Chapman, einem Lied, das einen Liebesnachmittag irgendwo an der englischen Küste beschreibt. Das Lied von „Stagger Lee und Billy Lyons“ ist ein alter amerikanischer Song über einen Mord, den der Zuhälter Stagger Lee (es gibt auch andere Schreibweisen wie Stack O’Lee oder Stagolee) an seinem Kumpan Billy Lyons beim Streit über eine Nichtigkeit beging. Das Lied basiert auf einer tatsächlichen Begebenheit. Der Mörder wurde zwar gefasst, aber nur zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und nach einigen Jahren begnadigt. Wegen weiterer Delikte kam er erneut hinter Gittern und starb dort an Tuberkulose. Im Lied aber, da mag man es drastischer, da baumelte er am Ende am Galgen, der Bösewicht.
Auch in der Bibel mangelt es nicht an drastischen Schilderungen, und die Posaunen von Jericho gehören sicherlich dazu. Unser fleißiger Gedichte-Rezitator Gert Müller präsentierte die Geschichte in der Reim-Version, die sein Freund Ferdinand Böhm in Bonner Platt aufgeschrieben hat. Dort heißt die Geschichte „De Tröten vun Jericho“ – köstlich!
Wolfgang Schriefer spielte sich mit „Something’s Gotten Hold of My Heart“ (bekannt geworden in der Version von Gene Pitney im Jahre 1967) seine Liebesgefühle für seine Frau von der Seele. Er könne sich immer wieder neu in seine Frau verlieben, kommentierte er seinen Beitrag – wie schön, dass es so etwas gibt.
Als erste der beiden Featured Artists-Gruppen des Abends stiegen „Seltsam“ alias Holger Förschler und Wolle Moses in den Ring, die bereits im April vorigen Jahres im Folk Club zu Gast waren. Begleitet mit Gitarre (Wolle) und diversen Blasinstrumenten (Holger) starteten sie ihren Auftritt mit einem furiosen Medley aus den Stücken „Only for a Smile/Missing You/Living Woman“. Während Wolle vor allem durch seine charakteristische und voluminöse Stimme glänzte, bestach Holger mit seinen virtuos gespielten Blasinstrumenten. Tenorsaxophon, Sopransaxophon und Querflöte kamen zum Einsatz – toll! „Stories in the Garden“ schildert die bemerkenswerte Lebensgeschichte des Onkels. Leicht melancholisch klang das Lied „But My Heart Will Cry“ und „You C“ ist ein Lied speziell für Wolles Frau. Wolle und Moses sind wirklich bemerkenswert mit unkonventioneller, selbst geschriebener Musik, mit ihren vielseitigen Instrumenten und mit beeindruckender Bühnenpräsenz. Viel Erfolg für euch!
Ebenfalls nicht ganz unbekannt im Folk Club sind die „Folkscheuchen“ alias Jan Hoffmann (Gitarre und Gesang) und Volker Lindner (Geige und Bouzouki). Teils instrumental, teils mit Gesang fegten sie mit ihren Stücken durch den Saal. Dabei ist vor allem die Instrumentalisierung mit Geige ein besonderes Schmankerl. Neben der Wahl der Instrumente sind auch die Arrangements ihrer Lieder eine spritzige Wanderung zwischen Folk und Rock. Den Start machten die Folkscheuchen mit einem traditionellen jüdischen Stück namens „Scherele“, das aber von einem Intro aus der Rock-Sphäre eingeleitet wurde. „Heldentat“ beschreibt eine Zeit , die noch vor den Hausbesetzungen lag. Auf die bekannte Melodie von „Hava Nagila“ dichteten sie ein sehr schräges und witziges Lied über Udo-Achim, den man eigentlich lieber nicht beim ersten Date mit Clara dabei haben möchte. Ziemlich bizarr war dann der Text des Liedes „Zug nach Flensburg“. Offenbar ging es nur darum, in die Nähe des bekannten Bieres mit dem „Plopp“ zu kommen. Auch bei „Urlaubsangst“ geht es um verquere Gefühle bei einem Ereignis, das doch eigentlich angenehm sein sollte. Zum Schluss, aber nicht ganz zum Schluss, gab es das Instrumental „Drowsy Maggie“, einen traditionellen irischen Reel, also einen Tanz. Die beiden konnten dabei ihr ganzes instrumentales solistisches Können ausspielen. Eine letzte Zugabe vereinigte „Orange Blossom Special“ von Erwin T. Rouse  mit dem Jethro Tull-Hit „Locomotive Breath“, ein wilder Mix und ein großer Spaß – Applaus für die Folkscheuchen.
Mit einer kleinen Einlage garnierte Jutta Mensing ihre Ankündigungen für Folk im Feuerschlösschen in Bad Honnef. Aus einem alten Liederbuch hatte sie das Lied „Es reitet der Herr von Falkenstein“ mitgebracht. Jutta ist wirklich beeindruckend. Mit ihrer schönen, klaren Stimme singt sie das Lied ohne Instrumentalbegleitung. Das Lied beschreibt die Liebe einer jungen Frau, die durch ihre Standhaftigkeit den Herrn so beeindruckt, dass er ihr seinen Gefangenen freigibt.
Ebenfalls beeindruckend präsentierte sich Holger Riedel, der seinen Floor Spot mit dem Beatles-Loblied auf das Rentnerdasein „When I’m 64“ startete. Das spornte die Zuhörerschaft natürlich zum Mitsingen an. Christoph Thiebes, John Harrisons Kollege bei der Nachtwächterarbeit, begleitete Holger danach beim Lied „Working Class Hero“ auf der Mundharmonika. Noch mehr Verstärkung durch Uta Schäfer, John Harrison, Mario Dompke und Christoph Thiebes erhielt Holger schließlich beim Skiffle-Song (stilecht begleitet von Utas Waschbrett) „Mama Don’t Allow“ – ein herrlicher Spaß.
Schon einmal für den Folk Club angekündigt, aber dann wegen Krankheit abgesagt, und nun tatsächlich hier war Juhana Iivonen aus Finnland. Mit seiner ganz ruhigen und bedächtigen Art stand er in kompletten Gegensatz zu den vorherigen Beiträgen. „Two Little Rooms“ war das erste Lied aus einer Serie von drei Stücken, die vor rund zehn Jahren in einem Rutsch entstanden waren, eine melodische Ballade mit unverschnörkelter und klarer Gitarrenbegleitung. Eine bezaubernde Liebesgeschichte beschreibt „Dream We Lived“. Juhana hat sie in eine berückende Melodie mit schönen Tonartwechseln gewandet. Man muss das Lied tatsächlich mehrmals hören, um seine Schönheit wahrzunehmen – mein Lieblingsstück von Juhana. „Break the Chain“ beschreibt, wie zwei Leute sich in der Eisenbahn begegnen. Die hin- und herschwingende Melodie untermalt die Geschichte perfekt. Natürlich durfte auch ein Lied in finnischer Sprache nicht fehlen. Juhana verriet uns leider den Titel nicht, aber schön war’s. „Shine On“ beschreibt das Elend der reisenden Musiker, die ihren Beruf nur schwer mit einer funktionierenden Beziehung kombinieren können. „A Native One“ beschreibt die Situation, dass man so lebt, wie man geboren ist. „Fill This Room“ ist ein Lied über den Paten von Juhanas Sohn, der leider viel zu früh sterben musste. Das Lied spiegelt die Vorliebe des Verstorbenen für Punk Music wider. Auch „Hardly Knew My Name“ hat mit dem zu früh Verstorbenen Freund zu tun, ist aber eine ruhige und besinnliche Ballade. Natürlich durfte Juhana nicht ohne Zugabe gehen. „Taxi Drive“ lautete der Titel. Riesenapplaus für Juhana und seine Musik.
Damit endete wieder ein vielseitiger und unterhaltsamer Abend mit schönen und kunstvollen Beiträgen. Aber es ging natürlich nicht ohne den Abschied mit Jock Stewart, dem alten Schotten, „A man you don’t meet every day“.
Auf Wiedersehen am 2. März diesmal mit einer Singers’ Night.

Sabines Bilder vom Folk Club Nr. 88 am 2. Februar 2018

John Harrisons Resonator Gitarre

John Harrison



Gert Müller


Wolfgang Schriefer


Holger Förschler

Wolle Moses

Jan Hoffmann

Volker Lindner



Juhana Iivonen



Jutta Mensing


Holger Riedel








Christoph Thiebes



John, Holger, Christoph, Uta, Mario




Seltsam, alias Wolle und Holger
















Die Folkscheuchen

Steve Perry und Bob Marabito mit dem aufmerksamsten und ruhigsten Konzertbesucher




Jock Stewart am Ende des Abends