Mittwoch, 18. Oktober 2017

FLYING FINGERS, SQUIRRELS AND TOM PETTY ‘AUF DEUTSCH’ 3SongsBonn Report on FCB #84 from 06.10.2017

John Hurd from Bonn's own English language music Website "3SongsBonn" was present at the superlative evening of musical diversity which was Folk Club Bonn #84.








Here are the words and pictures to prove it:


https://3songsbonn.com/2017/10/08/flying-fingers-squirrels-and-tom-petty-auf-deutsch/


At the end of the report after Jock Stewart there is a further link to additional photos:

MORE PHOTOS HERE
http://johnno.jalbum.net/Folk%20Club%20Bonn%2084/

Thanks John Hurd!

Marios Bericht vom Folk-Club Nummer 84 am 6. Oktober 2017

Lederhosen und Dirndlkleider.............

…........waren auf dem Oktober(fest) Folkclub nicht vertreten. Vielleicht waren die woanders, denn ein Blick über das Publikum zeigte, dass noch ein paar Plätze frei waren, als das bekannte „Laaadies and Gentlemen....“ erscholl.  Allerdings zeugten die freien Plätze nicht etwa von einer geringen Besucherzahl, sondern eher davon, dass der Folk Club Bonn inzwischen als regelmäßig „brechend voll“ bekannt ist. Ein kurzes Zählen brachte doch immerhin ca. 50 Besucher  zusammen. Aber auch wenn die eine Lederhose oder das andere Dirndlkleid sich auf diversen Oktoberfesten vergnügten, gab es doch mindestens eine Gemeinsamkeit mit dem Folkclub – die Wälder. Sowohl das bayerische Oktoberfest wie auch die Special Guests des Abends kommen aus waldreichen Gegenden. Kanada und die Schweiz sind sozusagen die spendenden Gastländer der beiden besonderen Gäste – aber davon später mehr.

Zuerst nämlich schlug John Harrison wie gewohnt als Zeremonienmeister ein paar schöne Töne, in Form von drei Liedern, an. Das a capella Stück „A Begging I Will Go“ beschreibt die Tradition eines ehrenwerten Berufes, des Bettlers, der es durch die Annahme von milden Gaben aus reicher Hand ermöglicht, hierdurch deren Sünden ein wenig abzubauen. Natürlich ist der Bettler ein freier Unternehmer, der seine Zeit immer und an jedem Ort einteilen kann – nur schade, wenn längere Zeit kein Sünder vorbei kommt. Dass mit dem  „Donkey Riding Song“ nicht etwa der Tier unterstützte Aufstieg auf den Drachenfels besungen wurde, sondern es sich um das Lied über eine mechanische Entladehilfe für Schiffe handelt, erläuterte John ebenso wie er nach verteiltem Text zum Mitsingen aufforderte. Dann griff er zur Gitarre und spielte das Lied über eine seiner Tätigkeiten, den „Night Watchman“. Ich denke, es ist jedem bekannt, dass John einmal im Monat in Bonn die musikalische, englischsprachige Nachtwächterführung veranstalte.

Lyrik mit oder ohne Musik – im Folkclub ist ja bekanntlich beides möglich und so gab Gert Müller, die eigentlich für den letzten Folkclub geplanten, Gedichte in bönnscher Mundart zu biblischen Geschichten, die im Zusammenhang mit Essen und Trinken stehen zum Besten. „Die Speisung der Fünftausend“ beschreibt die Überlegung, dass fünftausend Brote alleine zu trocken sind und fünftausend Fische stinken und zurückbleibende Köpfe und Gräten nur die Umwelt verschandeln – also gibt es eine Fischsuppe und Brot zum stippen. Auch die „Hochzeit von Kanaan“ hält sich in Bönnsch eng an die Originalvorlage – allerdings fragt am Ende der Kellermeister, ob aus dem Wasser wohl auch ein Fässchen Kölsch gemacht werden könne.

Die Bühne wurde nun von Gerd Schinkel bestiegen, der, wie schon zu anderen traurigen Anlässen gewohnt, ein Tribut für einen verstorbenen Musiker gab. Tom Petty ist zwar eher Rocker als Liedermacher gewesen, jedoch sind einige seiner schönsten Songs als Balladen sicher auch für akustische Interpretationen geeignet – denn, an wie vielen Lagerfeuern sind schon ganze Bands vertreten – die Lieder „Learning to Fly“, „Free Falling“ und erst recht „Into the Wide Open“ dafür umso mehr. Ich finde Gerds Tradition, geachtete, verstorbene Musiker durch ihre Lieder, übersetzt mit deutschen Texten, zu ehren, eine tolle Initiative. Bei den ausgewählten Tom-Petty-Liedern befürchte ich nur, dass die Melodien von vielen im Kopf sofort mitgesungen werden, so dass die Texte (Übersetzungen) leider nicht so beachtet werden – mit dem Erfolg, dass automatisch ein direkter Vergleich zwischen Original und Gerds Interpretation in den Köpfen angestellt wird.

Und dann war der erste Featured Artist des Abends dran. Vince Andrushko – ein Musiker aus  dem kanadischen Winnipeg, der irgendwo zwischen Blueser, Rocker, Country Singer und Holzfällerlagerfeuer-Folkie anzusiedeln ist. Eine sehr große Bandbreite des Könnens also. Er begleitete sich in dieser Akustiksession auf einer recht kleinen Parlour Gitarre, die durch ihr geringes Volumen einen, dem Blues sehr angepassten, etwas „dreckigen“ Sound brachte. Um es kurz zu sagen: es passte einfach wunderbar zusammen. Und genauso breit (aber doch mit dem immer gleichen Kern) wie die musikalischen Stile, waren auch die Texte und Themen seiner Lieder. Ob er von den „New Shoe Laces“ sang und mit diesem Lied nichts Geringeres beschrieb, als das Glück zu spüren, wenn die Schuhe wieder fest am Fuß halten (ein echter Blues Text halt), oder in „Lucky Crow“ darüber philosophierte, ob eine Krähe die über den Baumwipfeln fliegt weiß, was Glück ist – Vince nimmt in seinen Texten eigene Gefühle auf und  beschreibt in seinen Lieder das Leben. Auch in dem letzten Stück der ersten Folkclub-Hälfte „Passing By“ greift er die alltäglichen Dinge des Lebens auf, nämlich schlechte Nachrichten, die immer wieder kommen, die aber nicht verhindern, dass das Leben weitergeht. Aber nach der Pause kam Vince wieder und, um dies vorweg zu nehmen, spielte weiter in diesem Sinn die Songs „Tell Me One More Time“, ein Lied über die Entfremdung in einer Liebe, „Nuts“ ein Lied über die Fleißigkeit eines Eichhörnchens beim Verstecken von Nüssen für den Winter, dessen Vergesslichkeit beim Wiederauffinden und darüber, wie gefährlich es ist, ein Eichhörnchen zu sein. Den Song „Stop, Drop, Roll“ kündigte Vince selbst mit den Worten an „kein großer Text, einfach ein groovie song“ und so treibt die Melodie auch die im Text beschriebenen Personen an, immer weiter zu gehen. Auch „Winter is Just a Flower“ beschreibt, dass es immer weitergeht – auch der Winter ist nur eine Blume auf dem Weg. Natürlich durfte Vince nach diesem Lied nicht aufhören, sondern wurde durch den anhaltenden Applaus sehr deutlich auf den Wunsch des Publikums nach Mehr aufmerksam gemacht. Diesen Wunsch erfüllt er dann auch gerne mit dem Stück „Sitting on a Fence“, das, wie schon vom Titel zu erwarten, auch wieder über die große oder kleine Philosophie des Lebens handelt. Was wird kommen? Ich sitze auf einem Zaun und warte auf den Wind des Winters... den Rest kann sich jeder ausmalen, der weiß, wie Blues funktioniert und wie kalt es in Winnipeg werden kann.

Ein großer Gitarrist auf ungewöhnlichen Instrumenten ist Attila Vural. Der Schweizer war nicht zum ersten mal Gast im Folkclub, und so hatten sich auch einige Zuhörer sehr gespannt auf neue und alte Songs des Künstlers eingefunden. Mit seiner zweihälsigen Resonatorgitarre hörte man ihn bereits beim letzten Stück von Vince aus dem Hintergrund, denn dieser hatte ihn aufgefordert doch ein wenig mit zu bluesen. Als dann nicht nur der Ton sondern auch das Bild des Instrumentes erschien, waren einige Zuschauer erstaunt. Eine Resonatorgitarre, die mit einem zweiten Hals eine Mandoline oder zumindest ein mit vier Doppelseiten bestücktes, an Mandoline erinnerndes Instrument integrierte. Die offene Stimmung dieses Instrumententeils ermöglichte eine häufige Einbeziehung des speziellen Klangs direkt in die Gitarrenmusik. Attila spielt fast ausschließlich instrumental, so dass über die Lieder immer die eigene Interpretation und das eigene Gefühl, an was die Melodien erinnern, stehen. Zwar hat er erläutert, aus welchen Zusammenhängen die Lieder entstanden sind, jedoch kann schwer das Gefühl eines anderen nachempfunden werden, und so wird in jedes Lied das eigene Gefühl hineingelegt. Das schaffen seine Lieder aber meisterlich. Mit „Little Picture Gallery“ wurde ein Klangteppich aus perkussiven Elementen, Frettapping (also das klingende Aufsetzen der Finger auf die Saite, ohne diese anzuzupfen) und strumming – sowohl in Akkorden wie in der offenen Stimmung des Mandolinen ähnlichen Teils vom Instrument ausgebreitet. Die Vorstellung durch eine Galerie zu gehen und ein Gesamtbild aus vielen kleinen Einzelbildern zu sehen, wurde so hervorragend umgesetzt. „Scan“ ist ein Coversong  von D. Miller – jedoch schaffen es Gitarrenvirtuosen immer wieder, aus fremden Themen eigene Kreationen entstehen zu lassen. Mit „Mysterious Feel of Stonehenge“ beschreibt Attila bereits im Titel, dass jeder Zuhörer sich ein eigenes Bild dieses mysteriösen Gefühls bilden muss. Die Musik unterstützt ihn dabei lediglich – allerdings in einer absolut virtuosen Art. Mit der Ankündigung „Constantinople“ sei die Neufassung des ursprünglichen Songs Istanbul, beweist Attila, dass ernste Kunst (instrumentale Kompositionen im Gegensatz zu textlich geprägten (Mitsing)liedern) nicht davon abhält, mit eben dieser Musik Spaß zu haben und diesen zu verbreiten. Es ist schwer, textlose Musik zu beschreiben, ohne in oft unverständliche Ausdrucksweisen von eigenen, empfundenen Gefühlen zu gelangen. Texte können nacherzählt werden. Geschichten, die durch Musik erzählt werden, sind oft nicht weniger inhaltsreich, aber jeder empfindet einen unterschiedlichen Inhalt. Deshalb möchte ich zu „Road That We Travel On“ gar nicht viel sagen, außer, dass auch in diesem Lied soviel Elemente des gitarristischen Könnens eingebaut sind, dass es einfach Pflicht ist die Lieder zu hören und sich die eigenen Gefühle zu der Interpretation der Titel selbst zu erklären. Als gedachten Abschluss hatte Attila Vural das Cover „The Moon is a Harsh Mistress“ von J. Webb im Gepäck – aber, wie sich die geneigte Leserschaft denken kann, blieb es nicht dabei. Eine vehement verlangte Zugabe wurde mit „Sounds of my Feet“ gerne gegeben. Da ich auch den geteilten Auftritt von Attila in einem Rutsch beschrieben habe, bliebe noch zu sagen, dass nach dem Stück "Mysterious Feel of Stonehenge" eine Pause eingelegt wurde.

Wie immer wurde die Pause durch Barry Roshto eindringlich beendet, indem er sich an das Klavier setzte und erst leise und vorsichtig, dann aber deutlich machend, dass die Pause vorbei ist, wieder zur Musik zurückführt. Mit dem Carol King Song „So Far Away“ sammelt er das Publikum wieder ein, um dann, gemeinsam mit Ruth und dem allen bekannten Stück „You've Got a Friend“ zu begeistern. Auch wenn es sich um ein bekanntes und im Folkclub schon oft interpretiertes Stück handelt, Barry und Ruth schafften es, neue Nuancen hineinzubringen. Neue Ansätze der Zweistimmigkeit im Gesang, die Aufteilung des Liedes in Parts des Solo und gemeinsamen Gesangs – ich finde es war ein Meisterleistung. Ein Lied, das sich Ruth ausgesucht hatte, beschloss den Floorspot der Beiden. „Grapefruit Moon“ von Tom Waits ist ein Liebeslied und beschreibt die Sehnsucht und Qual nach etwas (einer Liebe), das nicht mehr da ist, aber an das durch den Grapefruit Moon immer erinnert wird.

Der Folkclub ist ein Sammelbecken von Professionalität, Spaß, sich ausprobieren und auch spontaner Emotionen. In diesem Sinne setzte sich Günter Peters an das Klavier, nachdem er den neuentdeckten Poetryteil des Folkclubs mit ein paar heiteren rheinischen Anekdoten angereichert hatte. Ein kleines Medley bekannter Melodien bildeten den Übergang zu den Featured Artists. Günther spielt das Klavier mit dem Herzen und es ist immer wieder erfreulich zu sehen, wie professionelle Kunst mit emotionaler Kunst gemischt werden kann.

Tja, wie schon gesagt, nach Günter kamen die zweiten Teile der Featured Artists und nach denen.... – natürlich der Patron des Folkclubs mit seinem eigenen Lied „Jock Stewart“. Die Tradition, dass zum Schluss des Abends alle Künstler gemeinsam mit dem Publikum das Lied singen, ist gerade für Special Guests immer wieder überraschend. Aber ich höre immer wieder Begeisterung zu der breiten Identifikation des Publikums mit ihrem Folkclub – und Jock Stewart ist hierfür der anerkannte Ausdruck.

Denkt auch im November wieder an den FCB  – see you at Dotty's on November 3th. Out of the bedroom and into the folk club!

Mario

John Hurds Bilder vom Folk Club Nr. 83 im September 2017


The Bromo Team pre-concert oozing professionality





Dieter Fahring preparing a dish of potatoes and pike

for eager consumers

BROMO almost toe-to-toe

BROMO: Dennis and Marvin Ledermann with a little help from Lena


Chris Biederwolf
"Song from a shopping list"
Die Klingende Brücke,  or at least a part of the ringing bridge

A small choir of neighbourhood sparrows
supported by a somewhat larger choir:  kleinen Chor Bad Godesberg
Poor John Hurd had to go out on the balcony to take this one
Günter Engel goes solo to give us a cooking lesson

and we all get our fruity just desserts!
Lena the nightingale

leaving space for Barry

Andy covering Marillion witk ELPI 

Sparkling Light invoking the Haggis God with the help of Robbie Burns


Paul and Monika Haag giving us culinary delicacies from the Rhineland
BROMO in flight
BROMO & Lena
BROMO discovering that
"Unplugged" = "Walkabouts"
Footloose and fancy-free and unchained from the "stage"


Job well done!  Thanks, BROMO!




Dienstag, 3. Oktober 2017

Marios Bericht vom Folk-Club Nummer 83 am 1. September 2017


Sommerzeit ist Urlaubszeit und Urlaubszeit ist (gut) Essenszeit
„Laaadies and Gentlemen....“ – spätestens an diesen einleitenden Worten wird die geneigte Leserschaft merken, dass es sich um einen Bericht zum Folk Club Bonn handelt. Im konkreten Fall um den Bericht der 83. Auflage. Das Motto – wie schon in der Überschrift angedeutet – Essen.
Es heißt zwar „Essen ist der Sex des Alters“, trotzdem waren erstaunlich viele doch recht junge Menschen anwesend. Wie sich bald herausstellte, waren diese aber hauptsächlich hungrig auf ihre Superstars (und gleichzeitig Featured Artists des Abends) Bromo – aber davon später mehr.
Master John Harrison kredenzte dann auch zur Eröffnung ein komplettes Menü – mit Vor- Haupt- und Nachspeise. Als Vorspeise gab es die  Meeresfrüchte Cockles and Mussels, ein allseits bekanntes und zum Mitsingen anregendes irisches Volkslied. John erinnerte sich daran, wie in irischen Folkclubs immer Cockles and Mussels, bereits entschalt und in Essig eingelegt, angeboten wurden. Eine schmackhafte Sache – aber erst nachdem man durch mehrere genossene Biere den Mut aufbrachte, diese wenig ansehnliche Masse zu essen. Zum Hauptmenü lud John nach Louisiana ein und brachte Hot Tamales auf den Tisch – ein Fleischgericht mit gekochten Maiskolben. Nicht nur Barry lief das Wasser im Mund zusammen. Die Nachspeise setzte sich zusammen aus Erdbeeren und Himbeeren – welche allerdings erst noch gepflückt werden mussten. The Berry Fields o' Blair beschreibt, wie sich eine Region durch die Ernte eben jener Früchte verändert (There's tents and huts and caravans, There's bothies and there's bivvies, And shelters made wi tattie-bags, And dug-outs made wi divvies).
Nach John bestieg Dieter Fahring die Bühne und gab drei Gedichte zum Besten. Vom Fressen und gefressen werden berichtet das Gedicht von der „Pellkartoffel und dem Hecht“. Verstummte die Kartoffel in diesem Gedicht noch, nachdem das Wasser verkocht und sie sich daher pellte, so wurde die wahre Größe der Pellkartoffel in nachfolgenden Versen „Pelka“ deutlich. Wird sie in dem Gedicht auch rundum gequält (verhöhnt als Unrunde, gekocht und gepellt sowie mit der Gabel zerdrückt – vom Verspeisen gar nicht erst zu reden), so wird doch die, in dem Gedicht von Ringelnatz enthaltene Liebeserklärung, deutlich. Eine Zugabe wurde gefordert und die verabreichte Dieter dem Publikum in einer liebevollen Persiflage auf die Hassliebe zwischen Düsseldorfern und Kölnern. „Düsseldorfer am Himmelstor“ beweist, dass Petrus und Gott wohl doch Kölner sind, denn wie sollte es anders zu erklären sein, dass sie dem Düsseldorfer Anklopfenden lieber seine jahrelang gezahlte Kirchensteuer ersetzen als ihn einzulassen.
Chris Biederwolf ist ein schon bekannter Gast des Folkclubs und kam dieses Mal in Begleitung von Birgit Steinwald, alias Biggie. Nicht als Abkürzung, sondern als Inhalt nennen sich beide ChrisBi (Ich nehme mal an, dass die knackige, Süßwaren gemeint sind und nicht die italienischen Stiefel oder gar die Krücken). Whatever, wichtig ist ja doch, wie die Musik der beiden klingt, und die konnte sich hören lassen. Mit ihrer Interpretation von „Sag mir, wo die Wälder sind“ – einer Neutextung des allbekannten Pete-Seeger-Songs gaben sie ihren Folkclub Einstand. Weil aber das Motto des Abends food war, legten Sie gleich mit dem „Lied vom Einkaufszettel“ nach – alles, was an Essbarem zu denken ist, steht darauf.
Mit Essbarem ging es auch gleich weiter. „Homentashn“ ist en jidisches Lied, dass ich zum ersten Mal von Peter Rohland gehört habe, jenem großen, viel zu früh gestorbenen Musiker, der sich sehr um den Erhalt von traditionellem Liedgut bemüht hat. Jedes Jahr gibt es deshalb auf der Burg Waldeck einen Peter-Rohland-Singwettstreit – aber das ist eine andere Geschichte. Im Folkclub wurde das Lied von Teilen der Klingenden Brücke präsentiert. Die Klingende Brücke ist ein Bonner Projekt, um internationales, speziell europäisches Liedgut zu erhalten, Spaß beim Singen zu haben und die Musik als Brücken zwischen Menschen und Nationen zu verstehen. Als zweites Lied wurde „El buen pan d'Aragon“ gemeinsam mit dem Publikum gesungen, denn die Klingende Brücke nimmt Ihren Auftrag sehr ernst. Solange nicht jeder im Publikum mitsingen kann, wird weiter geübt. Der Programmdirektor Steve freut sich über diese langen Floorspots :-). Mit dem vielen bekannten Lied „Strawberry Fair“ rundete die Klingende Brücke ihr Programm ab.
Jetzt wurde es voll auf der gedachten Bühne von Dotty's Sports Bar. Die Quartierspatzen, unterstützt von dem Kleinen Chor Bad Godesberg stimmten zum Motto des Tages passend die „Kartoffelkantate“ an. Nach dem Motto, das Wenige was ich esse, kann ich auch trinken, folgte das mittelalterliche Trinklied „Tourdion“. Bei diesem Lied konnte die Größe des Chors richtig zur Geltung gebracht werden. Englischsprachig ging dieser Floorspot zu Ende. „The Goslings“ (die Gänseküken) ist ein Lied der wahren Liebe. Angefangen auf der Wiese endet diese tragisch auf dem Speiseplan.
Dieses Mal hatten einige eher in den Bereich des Publikums eingeordnete, ständige Folkclub-Gäste den Mut aufgebracht, sich zu präsentieren. Zwar haben wir Günter Engel schon häufiger in Chorformationen gehört, aber noch nie als Solosänger. Dies holte er mit seinem „Fruchtdessert“ schnell nach – und zeigte allen, wie auch die anscheinend einfachen Lieder manchmal ganz schon tricky sind.
Fast sind wir es schon gewohnt, dass etwas ganz besonderes oder ausgefallenes kommt, wenn ELPI die Bühne betritt. Diesmal unterstützt vom Gitarristen Andy wurde aus einem Floorspot eine Annette gemacht (Annette = ein Lied). Die beiden brachten nämlich die ineinander übergehenden Stücke „Intro_Kayleigh_Lavender“ von Marillion. Ein super Auftritt.
Und dann war es soweit – wäre der Folkclub elektrisch/ elektronisch ausgestattet hätte es geheißen, „Licht aus, Spot an“. Bromo, namentlich Dennis und Marvin Ledermann sind Kinder des Folkclubs. Wer erinnert sich nicht mehr daran, dass erst Dennis alleine, dann Dennis und Marvin und später die beiden als Bromo ihre ersten Auftritte hatten. Heute sind sie mehrfache Preisträger von regionalen Musikwettbewerben und bewiesen beim Folkclub wieder einmal, dass sie wissen, woher sie kommen, aber voller Selbstvertrauen das Publikum rocken – gut, ein Teil desselben war eine mitreisende Fangemeinde, was aber der Gesamtstimmung nichts anhaben konnte, sondern nur unterstrich, dass die Beiden einfach (oder zweifach?) Klasse sind. Ed Sheran, ihr großes Vorbild ist aus vielen Songs heraus zu hören. Trotzdem bewiesen Bromo, dass sie auch eigene Persönlichkeiten sind. Mit den Songs „Like a Picture“, „I'm on My WAY“, „Machine“ und „Wonderwall“ heizten beide dem Publikum (und sich selber) so richtig ein.
Nach der Pause wurde es noch einmal sehr romantisch. Traditionell sammelt  Barry Roshto ja das Publikum musikalisch wieder ein – diesmal gemeinsam mit Lena, die einen „Song for Bromo“ brachte. Wissen doch die Insider, dass Lena seit ihrem Zufallsauftritt mit Bromo zusammen in einem früheren Folkclub, eine sehr enge Beziehung zu einem der Bromos hat.
Springen wir kurz nach vorne, denn Bromo kamen ja noch einmal auf die Bühne und rockten mit „Burning up“, Nightwatch“, „Stitches“ und „I See Fire“ noch mal zum Ende des Folkclubs ab. Bei I see Fire kam auch Lena noch einmal auf die Bühne und rockte mit den Beiden weiter. Und selbst damit nicht genug, wurde eine weitere Zugabe fällig, die sie mit dem Lied „Lieblingsmensch“ auch gaben. Ich denke, es war nicht das letzte Mal, dass der FCB Bromo beheimatete – aber auch, wenn die Beiden mal so richtig berühmt sind, kriegt der Folkclub sowohl Sonderkonditionen, wie auch die Möglichkeit seine Statuten (rein akkustisch) durchzusetzen.
Aber was kam zwischen Bromo und Bromo? Zuerst kamen Frederico und Mike. Zwei Musiker, die Bonn wieder einmal als internationale Stadt präsentierten. Kennengelernt haben sich beide bei einem internationalen Arbeitgeber in Bonn und nun machen sie zusammen Musik. Das erste Stück (Tears Down) beschreibt die Art und Weise, wie auch Männer Emotionen zulassen – auch wenn die eigenen Eltern das gar nicht verstehen. Das zweite Lied war der versuch das Motto des Tages aufzugreifen. Frederico hat ein Lied über Essen geschrieben (Macy, Macy),  weiß aber inzwischen nicht mehr, was das Lied mit Essen zu tun hat :-). Beim dritten Song wurde es wieder emotional. Das Lied „Sung Places“ beschreibt die Antwort von Fredericos kleinem Bruder auf die Frage, was Liebe ausmacht bzw. wie Liebe erklärt wird.
Mit Sparkling Light kamen wieder bekannte Gesichter auf die Bühne. Zuerst ein Gedicht zu einem schottischen Nationalgericht rezitierend (Ode an Haggis), erfüllten sie die Anforderung an den Abend – food. Dann steuerten sie ihr musikalisches Terrain an und spielten die „Baker Street“ in einer sehr schönen Interpretation. Mit der „September Melodie“ wurde zwar nicht auf das Motto des Folkclubs abgehoben, aber es war doch ein sehr passendes Lied zum Monat September, dem Vater des 83. Folkclubs. Ich finde es immer wieder spannend neue Lieder durch den Folkclub kennenzulernen, was mit September Melodie und auch der Ursprungsinterpretin Marima gelungen ist. Für mich und viele andere Folkclubbesucher nicht neu und somit zum Mitsingen geeignet, war das letzte Lied von Sparkling Light. „She is Really Going Out With Him“ machte noch einmal so richtig Spaß und weckte die Lust, Sparkling Light noch oft im Folkclub zu hören.
Noch ein Duo, welches bisher eher als Publikum in Erscheinung getreten ist, waren Paul und Monika Haag. Ach wie herrlich, wenn frei von der Leber weg, in dem eigenen Dialekt gesungen wird. Nun bin ich des Rheinischen nicht 100 %ig mächtig, aber es reichte doch aus, um sowohl die Stimmung wie auch den Text zu verstehen und zu fühlen. Ein Lied zum Thema food ist die Geschichte der „Appeltaart“ allemal. Auch das zweite Lied hat entfernt mit dem Thema zu tun „Don se mir für ne Jrosche Kamelle“ handelt aber nur vordergründig vom Essen, vielmehr ist die Schlitzohrigkeit der beiden Buben, die im Geschäft ausgerechnet die Kamelle wollen, die im Glas ganz oben auf dem Regal stehen das Thema. Mit der Lieblingsspeise der Rheinländer dem „Riefkooche“ schlossen die beiden ihr Programm ab. Es war einfach erfrischend, wie bodenständige Folklore in Liedform präsentiert wurde.
Tja, über Bromo wurde schon geschrieben, Bliebe also nur zu sagen, dass auch diesmal der Patron mit seinem eigenen Lied „Jock Stewart“ zum Abschluss geehrt wurde.
Und das soll Euch alle daran erinnern, dass nach dem Folkclub vor dem Folkclub ist – see you at Dotty's on October 6th. Out of the bedroom!
Mario

Dienstag, 5. September 2017




https://3songsbonn.com/2017/09/05/brother-movement-bromo/

Brother Movement – Bromo


Bromo's inaugural CD launch party at Folk Club Bonn on Friday 01.09.17 would have put
Cape Canaveral to shame. They now hold the club record for CD shifting and John Hurd has already
reviewed it.